Sicherheitsrichtlinie

Müllsammelaktionen von Cleanup Sachsen / Cleanup Leipzig

Diese Sicherheitsrichtlinie definiert die organisatorischen und sicherheitstechnischen Mindeststandards für alle Müllsammelaktionen von Cleanup Sachsen und Cleanup Leipzig.
Sie dient dem Schutz der ehrenamtlichen Teilnehmenden, der Öffentlichkeit sowie der Umwelt.

!!! Rolle der Quartiermanager bei Cleanup Sachsen / Cleanup Leipzig

1. Funktion der Quartiermanager

Cleanup Sachsen und Cleanup Leipzig arbeiten bei Sammelaktionen mit Quartiermanager:innen.
Quartiermanager:innen sind geschulte ehrenamtliche Koordinator:innen, die vor Ort die Organisation und Sicherheit der Aktionen gewährleisten.

Sie fungieren als Bindeglied zwischen Organisation, Ehrenamtlichen und lokalen Partnern.


2. Aufgaben der Quartiermanager

Quartiermanager übernehmen insbesondere folgende Aufgaben:

Organisation der Aktion vor Ort

  • Festlegung der Sammelbereiche
  • Einteilung der Sammelgruppen
  • Ausgabe von Ausrüstung
  • Abstimmung mit lokalen Partnern oder Behörden

Sicherheit und Einweisung

Quartiermanager führen vor Beginn der Aktion eine verpflichtende Sicherheitseinweisung durch.

Diese umfasst:

  • Erklärung des Sammelgebiets
  • Hinweise zu Gefahrenstellen
  • Umgang mit Abfällen
  • Verhalten bei gefährlichen Funden
  • Notfallabläufe

Koordination während der Aktion

Quartiermanager:

  • bleiben zentraler Ansprechpartner
  • behalten Übersicht über Gruppen
  • koordinieren Sammelpunkte
  • reagieren auf Zwischenfälle

3. Schulung der Quartiermanager

Quartiermanager werden durch Cleanup Sachsen / Cleanup Leipzig vorbereitet.

Die Online Schulung umfasst:

Organisation von Cleanups

  • Planung von Sammelaktionen
  • Zusammenarbeit mit Kommunen
  • Logistik der Müllentsorgung

Sicherheit

  • Gefährdungsbeurteilung
  • Einweisung von Gruppen
  • Unfallprävention

Naturschutz

  • Brut- und Setzzeiten
  • Verhalten in Naturräumen
  • Umgang mit sensiblen Flächen

Kommunikation

  • Anleitung von Ehrenamtlichen
  • Konfliktvermeidung
  • Öffentlichkeitsarbeit

4. Verantwortung der Quartiermanager

Quartiermanager tragen keine persönliche Haftung für das Verhalten einzelner Teilnehmender, sind jedoch verantwortlich für:

  • Durchführung der Sicherheitseinweisung
  • Organisation der Sammelaktion
  • Weitergabe von Sicherheitsregeln

Sie handeln im Rahmen der Grundsätze von:

Cleanup Sachsen / Cleanup Leipzig


5. Mindeststandards für Aktionen mit Quartiermanagern

Eine Müllsammelaktion gilt als organisatorisch abgesichert, wenn:

  • ein Quartiermanager vor Ort ist
  • eine Sicherheitseinweisung erfolgt
  • notwendige Ausrüstung vorhanden ist
  • Sammelgebiet und Entsorgung geklärt sind

6. Bedeutung für die Initiative

Das Quartiermanager-System ermöglicht:

  • sichere Durchführung von Aktionen
  • dezentrale Organisation in Stadtteilen und Regionen
  • nachhaltige Beteiligung von Ehrenamtlichen

Es stellt sicher, dass Cleanup-Aktionen professionell, sicher und naturschutzkonform stattfinden.


Sammelrichtlinien

1. Ziel und Geltungsbereich

Diese Richtlinie gilt für:

  • öffentliche Cleanup-Aktionen
  • Vereins- und Gruppenaktionen
  • Kooperationen mit Initiativen, Schulen oder Unternehmen
  • Stadtteil- und Landschaftsreinigungen

Sie betrifft alle Personen, die an Aktionen von Cleanup Sachsen / Cleanup Leipzig teilnehmen. Ziel ist die sichere, verantwortungsvolle und naturschutzkonforme Durchführung von Müllsammelaktionen.


2. Organisationsstruktur einer Sammelaktion

Jede Aktion benötigt eine klar definierte Struktur.

Einsatzleitung

Die Einsatzleitung trägt die Verantwortung für:

  • Planung der Aktion
  • Sicherheitsunterweisung
  • Koordination der Gruppen
  • Ansprechpartner bei Zwischenfällen

Gruppenverantwortliche

Bei größeren Aktionen empfiehlt sich:

  • 1 Gruppenleitung pro 5–10 Teilnehmende

Aufgaben:

  • Übersicht über Gruppe
  • Einhaltung der Sicherheitsregeln
  • Kommunikation mit der Einsatzleitung

3. Vorbereitung der Aktion

Vor jeder Sammelaktion sind folgende Punkte zu klären.

Gebietsauswahl

Das Sammelgebiet wird geprüft auf:

  • Verkehrssicherheit
  • Geländegegebenheiten
  • mögliche Gefahrenstellen
  • naturschutzrechtliche Einschränkungen

Besonders zu prüfen:

  • Straßenränder
  • Bahnanlagen
  • Gewässerbereiche
  • Böschungen
  • Naturschutzgebiete

Abstimmung mit Behörden

Falls erforderlich erfolgt eine Abstimmung mit:

  • Stadtverwaltung
  • Stadtreinigung
  • Umweltamt
  • Naturschutzbehörde
  • Flächeneigentümer

Entsorgung des Mülls

Vor der Aktion muss geklärt sein:

  • Sammelpunkte für Müllsäcke
  • Abholung durch Stadtreinigung oder Bauhof
  • Container oder Transportlösung

4. Sicherheitseinweisung der Teilnehmenden

Vor Beginn der Sammelaktion erfolgt eine verpflichtende Einweisung durch die Einsatzleitung.

Inhalte der Einweisung:

Ablauf der Aktion

  • Sammelgebiet
  • Sammeldauer
  • Sammelpunkte
  • Rückkehrzeit

Sicherheitsregeln

Teilnehmende müssen:

  • immer Schutzhandschuhe tragen
  • nach Möglichkeit Greifzangen verwenden
  • nur sichtbaren Müll aufnehmen
  • vorsichtig mit Glas und Metall umgehen

Nicht erlaubt ist:

  • Sammeln an gefährlichen Böschungen
  • Sammeln im fließenden Gewässer
  • Betreten von Bahnanlagen
  • Sammeln direkt im Straßenverkehr

Verhalten bei Verletzungen

Bei Verletzungen gilt:

  1. Sammelarbeit sofort stoppen
  2. Gruppenleitung informieren
  3. Erste Hilfe leisten
  4. Notfallnummer 112 wählen, falls notwendig

5. Persönliche Schutzausrüstung

Für jede Müllsammelaktion wird folgende Ausrüstung empfohlen.

AusrüstungZweck
ArbeitshandschuheSchutz vor Schnitten und Verschmutzung
Müllzangenkontaktarmes Aufnehmen von Müll
WarnwestenSichtbarkeit im öffentlichen Raum
stabile SchuheSchutz vor Verletzungen
MüllsäckeSammlung und Transport des Abfalls

Zusätzlich bei der Einsatzleitung:

  • Erste-Hilfe-Set
  • Mobiltelefon
  • Notfallkontakte
  • Desinfektionsmittel

6. Umgang mit gefährlichen Abfällen

Folgende Gegenstände dürfen nicht von Ehrenamtlichen aufgenommen werden:

  • Spritzen / medizinische Abfälle
  • Chemikalien / Ölbehälter
  • Asbest oder Dämmmaterial
  • Munition oder Kampfmittel
  • große Elektrogeräte
  • Druckgasbehälter

Vorgehensweise:

  1. Fundstelle markieren
  2. Einsatzleitung informieren
  3. Meldung an zuständige Behörde

7. Naturschutz und Brut- und Setzzeiten

Müllsammelaktionen müssen naturschutzrechtliche Vorgaben berücksichtigen.

Brut- und Setzzeit

In Deutschland gilt:

1. März – 30. September

In diesem Zeitraum sind besonders zu beachten:

  • Schutz von brütenden Vögeln
  • Schutz von Jungtieren

Regeln während dieser Zeit

  • keine Arbeiten in dichtem Gebüsch
  • keine Eingriffe in Vegetation
  • keine Störung von Tierbauten
  • Sammeln vorzugsweise auf Wegen und offenen Flächen

8. Naturschutzgebiete und sensible Flächen

In folgenden Bereichen gelten besondere Regeln:

  • Naturschutzgebiete
  • Landschaftsschutzgebiete
  • Gewässerrandstreifen
  • Schutzbiotope

Hier gilt grundsätzlich:

  • Sammeln nur auf Wegen oder freigegebenen Flächen
  • vorherige Abstimmung mit Behörden empfohlen

9. Verkehrssicherheit

Bei Sammelaktionen im öffentlichen Raum sind zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen erforderlich.

Empfohlen:

  • Warnwesten für alle Teilnehmenden
  • Sammeln nicht auf Fahrbahnen
  • Mindestabstand zum Verkehr
  • Gruppen nicht auf stark befahrene Straßen verteilen

10. Dokumentation und Nachbereitung

Nach jeder Aktion sollten folgende Daten dokumentiert werden:

  • Teilnehmerzahl
  • Sammelgebiet
  • Müllmenge
  • besondere Funde
  • mögliche Gefahrenstellen

Diese Dokumentation hilft bei:

  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Verbesserung zukünftiger Aktionen
  • Kooperation mit Behörden

11. Grundprinzip der Cleanup-Aktionen

Cleanup Sachsen und Cleanup Leipzig handeln nach folgenden Prinzipien:

  • Sicherheit hat Vorrang vor Sammelergebnis
  • Naturschutz und Artenvielfalt werden respektiert
  • Ehrenamtliche werden sorgfältig angeleitet
  • Müll wird ordnungsgemäß entsorgt
  • Aktionen erfolgen verantwortungsvoll und nachhaltig

Schreibe einen Kommentar